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Nachdem ich die China-Dieselheizung seit fast zwei Jahren in Beobachtung hatte, war es endlich soweit und mein Blueflameofen darf in den Ruhestand. Nicht zuletzt hat mich der extreme Anstieg des Gaspreises dazu getrieben. Hatte ich noch im Januar 2021 14,28 EUR für eine 11 kg Propangasflasche bezahlt, sind es jetzt im April desselben Jahres bereits stolze 18,99 EUR. Wahrscheinlich wird hier die neue CO2-Steuer nur als Vorwand genommen. Ein Anstieg von über 30% lässt sich damit aber beim besten Willen nicht erklären. Wie auch immer, jetzt ist sie da und soll in Zukunft meine ca. 20 qm Werkstatt beheizen.
Diese Seite beinhaltet:
Die Inbetriebnahme ist mit der Voreinstellung des Geräts problemlos
möglich und die Bedienung ist intuitiv genug, um ohne Bedienungsanleitung
zurechtzukommen. Das ist auch gut so, denn eine wirkliche Hilfe ist diese nicht.
Sobald es um weitere Einstellungen geht, wie z. B. das Anlernen der
mitgelieferten Fernbedienung oder das Anpassen der Geräteeinstellungen, ist man
damit wirklich aufgeschmissen. Zwar findet man im Netz haufenweise private
Videos über diese Geräte, die im Grunde ja alle gleich aufgebaut sind, jedoch
empfand ich es als recht mühsam, alle für mich relevanten Infos auf diesem Wege
zusammenzutragen. Diese Seite soll mir deshalb in erster Linie als
Nachschlagewerk der gesammelten Infos dienen, aber eventuell könnten diese ja
ebenfalls jemandem dienlich sein.
Nun etwas zum Heizgerät selbst. Ob man
sich jetzt die Variante zum Einbau besorgt oder das kompakte All-in-One-Gerät,
ist im Grunde egal, das eigentliche Heizgerät ist immer das gleiche. Es gibt sie
mit 2 kW, 5 kW und 8 kW Nennleistung, wobei ich auch hier mehrfach gelesen habe,
dass es sich bei der 8-kW-Variante nur um eine getunte 5-kW-Heizung handelt. Ob
dem tatsächlich so ist, kann ich nicht bestätigen. Die Abmessungen der
2-kW-Variante lassen hingegen auf eine andere, kompaktere Hardware schließen.
Die Steuerung des Heizers ist im Inneren des Geräts verbaut und wird in
meinem Fall über ein Bedienteil (mit Display) gesteuert. Es gibt auch Geräte,
die mittels Multifunktionsbedienknopf bedient werden, von denen ich jedoch
abraten würde, da hier die Geräteeinstellungen nicht angepasst werden können.
Das 5-Tasten-Display gibt es in zwei Ausführungen. Mein Gerät hat ein schwarzes,
rechteckiges LCD-Display, aber viele Heizer werden auch mit dem wohl neueren
blauen (z. T. rötlichen) und geschwungenen Display angeboten. Diese werden zum
Teil auch mit einer Fernbedienung angeboten, welche über ein Display verfügt,
was einem z. B. die aktuelle Heizstufe anzeigt. Die Bedienung und der
Funktionsumfang scheinen aber identisch zum alten schwarzen Display zu sein. Als
Zubehör gibt es auch noch ein simples 3-Knopf-Bedienteil ohne Display (On/Off
und Drehknopf für Heizleistung) und ein Drehknopf-Bedienteil mit Fernbedienung.
Darüber hinaus gibt es bei neuen Geräten noch eine Display-Variante mit vier
Gummitasten und noch eines mit Drehknopf und Bluetooth, welches sich auch mit
einem Handy oder der mitgelieferten Fernbedienung steuern lässt. Diese beiden
Display-Varianten werden auch als Zubehör angeboten. Soweit ich das überblicke,
sind diese jedoch nicht mit der alten Variante (dreipoliger Rundstecker)
kompatibel.
Die Heizleistung meines 5-kW-Geräts hat mich echt
positiv überrascht. Auch wenn die angegebenen 5 kW wohl eher nicht erreicht
werden, so ist das, was da rauskommt, doch schon recht beachtlich und gewiss
nicht nur ein laues Lüftchen. Der reale Dieselverbrauch scheint wohl den Angaben
in etwa zu entsprechen, zumindest hatte ich bei einem ausgedehnten Testlauf von
knapp 10 Stunden einen Verbrauch von ca. 3 L bei mittlerer Last. Laut
Herstellerangabe liegt der Verbrauch bei 0,18 L/h bei Minimallast und 0,48 L/h
bei Volllast. Die 5 kW Nennleistung passen bei einer überschlägigen Rechnung
auch fast. Denn 1 L Diesel hat bei optimaler Verbrennung eine Heizleistung von
9,7 kW, also kommt man mit 0,48 L auf 4,656 kW. OK, da geht noch ein bissel was
an ungenutzter Wärmeenergie und nicht perfekte Verbrennung durch den Auspuff
flöten, aber dennoch fühle ich mich damit nicht komplett verarscht. Man kann die
Abgaswärme mit einem längeren Abgasrohr ja auch noch etwas nutzen, doch wird am
Ende immer Heizleistung nach außen entweichen. Die Abgase bei Betriebstemperatur
sind bei meinem Heizer quasi geruchslos. Das kenne ich zwar auch so von meiner
Webasto-Dieselstandheizung im Auto, aber zwischen den beiden Geräten liegt ein
Faktor 15 im Anschaffungspreis ;-) Auch wenn man die Abgase nicht richten kann,
müssen diese dennoch auf jeden Fall raus, ich habe schließlich lange genug die
Abgase meines Blueflame-Ofens schnüffeln müssen ;-)
Temperaturen bei Volllast* :
- Auspuffrohr am Abgasauslass: bis ca. 200 °C
- Auspuffrohr nach
200 cm: <40°C
- Ausströmer Warmluft: 95°C
Stromverbrauch* :
- beim Start (Glühkerze an): ~11 A
- beim Abschalten (Glühkerze an) ~10A
- unter
Volllast: ~6 A
- auf kleinster Stufe **: ~1 A
- Standby: ~0,1 A
Geräuschentwicklung* :
- Volllast 1m vom Gerät mit 2m
Auspuffrohr + Schalldämpfer: xxx dB
- Auf kleinster Stufe: xxx
dB
- Volllast 1m vom Ausströmer:
- Auf kleinster
Stufe: xxx dB
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*) Alle Werte beziehen sich auf meine persönliche Grundeinstellung und wird wohl von Gerät zu Gerät leicht schwanken.
Hier möchte ich einige Einstellmöglichkeiten auflisten, die man
nicht oft braucht und die schlecht, fehlerhaft oder erst gar nicht in der
Bedienungsanleitung zu finden sind.
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Entlüften bzw. Füllen der Kraftstoffleitung
Nimmt man die Heizung zum ersten Mal in Betrieb, bzw. hat man
den Tank komplett „leergefahren“, muss die Kraftstoffleitung
entlüftet werden. Hierzu kann man die Pumpe laufen lassen, ohne
den Heizvorgang zu starten. Dazu geht man wie folgt vor:
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- Taste [OK] und [Down] gleichzeitig drücken
- das Display zeigt nun "H oF"
- durch Drücken der Taste [Up]
kann jetzt die Pumpe eingeschaltet werden
- das Display zeigt
jetzt "H oN" und das Pumpensymbol
- durch Drücken der Taste
[DOWN] schaltet die Pumpe wieder ab
Die Pumpe startet zunächst mit einer
niedrigen Taktfrequenz und steigert diese dann nach wenigen Sekunden. Nach einer
gewissen Zeit schaltet die Pumpe auch wieder automatisch ab, falls sie nicht über die Taste
[DOWN] manuell ausgeschaltet wurde.
Fernbedienung Anlernen
Dieser Punkt wird in der Bedienungsanleitung leider nicht richtig erklärt.
Offenbar gibt es hier auch unterschiedliche Softwarestände, die eine jeweils
andere Tastenkombination erwartet.
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Altes schwarzes Display - Variante 1 (häufigste Variante)
- Taste [UP] drücken und gedrückt halten
(3-5 Sekunden)
-
auf dem Display erscheint "HFA"
- jetzt Taste [UP] loslassen
- nun die Taste [ON] auf der Fernbedienung drücken
- die
Fernbedienung ist jetzt angelernt
Altes schwarzes Display - Variante
2 (seltenere Variante *)
- Taste [Down] und [Power]
gleichzeitig drücken und gedrückt halten (3-5 Sekunden)
- auf
dem Display erscheint "OC 1" (1. Ferbedienungsplatz)
- mit
[UP]/[Down] einen der 5 möglichen Plätze wählen ("OC 1" - "OC 5")
- nun die Taste [ON] auf der Fernbedienung drücken
- im Display
erscheint "H 6"
- mit Up/Down
kann man zwischen H1-H6 wechseln **.
- die
Fernbedienung ist jetzt angelernt
*) Das Display unterscheidet sich
opisch durch ein Schraubenschlüsselsymbol anstatt des Zahnradsymbols der
SET-Taste
**) Die Bedeutung ist mir aktuell unklar, da ich bislang nur
mit Variante 1 Displays zu tun hatte.
Neueres schwarzes
trapezförmiges und blaues (z.T. rötliches) und geschwungenes Display
- Taste [Down] drücken und gedrückt halten (3-5 Sekunden)
-
auf dem Display erscheint "HFA"
- jetzt Taste [UP] loslassen
- nun die Taste [ON] auf der Fernbedienung drücken
- die
Fernbedienung ist jetzt angelernt
Grundeinstellung
Im
passwortgeschützten Grundeinstellmenü können verschiedene Werte wie z.B. min /
max Pumpenfrequenz und Gebläse-/Lüfterdrehzahl angepasst werden. An diesen
Einstellungen kann man beispielsweise drehen, wenn die Heizung nicht
ordnungsgemäß arbeitet, Änderungen vorgenommen wurden oder man die Heizleistung
etwas „tunen“ möchte. Das Passwort bzw. der Code zum Aufrufen
des Menüs lautet "1688". Wurde der Code geändert und vergessen
oder ist schlicht nicht bekannt, dann sollte der Master-Pin "9009" weiterhelfen.
Inwieweit die hier gezeigte Grundeinstellung auf dem neuen Bluetooth-Bedienteil
anwendbar ist, kann ich aktuell nicht sagen. Bei allen älteren Varianten sollte
man wie folgt ins Menü gelangen:
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- Taste [SET] so oft drücken bis im Display "- - - -"
erscheint
- mit der Taste [UP] oder [DOWN] auf "1" stellen
- Eingabe mit der Taste [OK] bestätigen -> die Anzeige springt
dann zur nächsten Stelle
- hier wieder mit [UP] oder [DOWN] auf "6"
stellen
- Vorgang wiederholen bis der komplette Code "1688"
bzw. "9009"eingegeben wurde
Nach erfolgreicher Eingabe wird direkt der
erste Menüpunkt im Bearbeitungsmodus angezeigt. Zum Ändern der Werte wird
genauso vorgegangen wie bei der Eingabe des Codes. Also Stelle für Stelle mit
den Tasten [UP] und [DOWN] anpassen und mit [OK] bestätigen. Damit die
Einstellungen übernommen werden, muss das Menü einmal komplett durchlaufen
werden. Springt man vorher mit der Taste [SET] heraus, so werden die
eingegebenen Werte verworfen. Folgende Einstellungen können, in der hier
aufgelisteten Reihenfolge, vorgenommen werden:
Die Anpassung der Werte sollte man nur in kleinen Schritten vornehmen und
immer wieder die aktuelle Einstellung mittels Probelauf testen. Die Taktfrequenz
der Pumpe und die Lüfterdrehzahl müssen dabei immer ausgewogen sein.
Die
Heizung besitzt zwar ein separates Gebläse für die Verbrennungsluft, dieses
sitzt aber auf der gleichen Welle wie der Heizlüfter, dieses sollte man bei der
Einstellung berücksichtigen. Hat man z.B. eine sehr hohe obere Taktfrequenz bei
gleichzeitig niedriger maximaler Drehzahl eingestellt, so läuft man Gefahr, dass
sich das Gerät bei Volllast überhitzt. Im Teillastbetrieb hingegen könnte der
Sauerstoff für eine optimale Verbrennung dadurch knapp werden, Qualm im Abgas
und ein Verrußen der Brennkammer wird dann die Folge sein. Hat man eine zu
niedrige min. Taktfrequenz bei gleichzeitig hoher min. Drehzahl eingestellt,
kann die Verbrennungstemperatur zu gering werden. Die Temperatur sollte für eine
saubere Verbrennung immer ausreichend hoch sein.
Ein Anhaltspunkt bietet
die Temperaturanzeige, das sind die farbigen Balken im Heizerpiktogramm. Für
eine optimale Verbrennung sollten möglichst alle sechs Balken aufleuchten.
Hat man die Ansaugleitung oder die Abgasleitung signifikant verlängert oder gar
einen zusätzlichen Wärmetauscher (Heizkörper, Ladeluftkühler, AGR-Kühler etc.)
dazwischengeschaltet, so sollte man die Lüfterdrehzahl auf jeden Fall etwas
anheben, um dem dadurch entstandenen Staudruck entgegenzuwirken. Generell ist so
was bis zu einem gewissen Grad machbar.
Eine falsch eingestellte
Arbeitsspannung wird über das Blinken des Batteriesymbols am oberen Displayrand
angezeigt.
Die Sinnigkeit des Lüftermodus „2“ erschließt sich mir nicht
ganz, nur der Modus „1“ macht meiner Meinung nach Sinn.
Mit der
Glühkerzenleistung kann man die Zündfreudigkeit des Heizers optimieren. Möchte
man seinen Diesel mit Pflanzen- oder Altöl panschen, so könnte man durch Anheben
des Wertes das Zündverhalten wohl etwas verbessern. Ich rate aber generell davon
ab, das Ding ist für reinen Diesel ausgelegt, und auch nur das sollte da rein.
Heizöl sollte oberhalb der Frostgrenze sicherlich auch gut funktionieren. Das
Hochdrehen der Glühkerze wirkt sich sicherlich auch auf deren Lebensdauer aus.
Die Aktivität der Glühkerze wird übrigens in der oberen linken Ecke des
Heizerpiktogramms angezeigt. Ist dort ein rotes Glühkerzensymbol zu sehen, so
ist diese gerade aktiv.
Meine
persönlichen Geräteeinstellung sind:
- min.
Taktfrequenz: 1,6 Hz
- max. Taktfrequenz: 6,2 Hz (leicht
getuned :-)
- min. Lüfter: 1650 RPM
- max.
Lüfter 5000 RPM
- Lüftermodus: 1
-
Glühkerzenleistung: 5
Betriebsmodus - Temperaturregelung oder Leistungssteuerung
Die Heizung lässt sich temperaturgeregelt oder leistungsgesteuert betreiben. Bei
der Temperaturregelung wählt man über die Tasten [UP] und [DOWN] eine
Wunschtemperatur aus, die das Gerät dann zu halten versucht. Hierbei wird die
Heizleistung automatisch der aktuell gemessenen Raumtemperatur (Fühler im
Display) angepasst. Bei der Leistungssteuerung wird die über die Taktfrequenz
eingestellte Heizleistung unabhängig von der Raumtemperatur gefahren. Lüfter und
Pumpe laufen gemäß der Grundeinstellung auf einem gleichbleibenden Wert.
Zwischen den beiden Modi wird wie folgt gewechselt:
Altes schwarzes Display:
- Taste [SET] und [UP]
gleichzeitig drücken
- Wird im Display "P" und die Taktfrequenz
angezeigt so befindet sich das Gerät in der Leistungssteuerung
-
Wird im Display eine Temperatur angezeigt, so befindet sich das Gerät in der
Temperaturregelung
Neueres geschwungenes blaues (z.T. rötliches) Display
- Taste [OK] und [UP] gleichzeitig drücken (UP ist Pfeil nach
links, China Logik halt :-)
- Rest wie oben...
Im Falle einer Störung wird ein Fehlercode gesetzt und auf dem Display
ausgegeben. Der aktuell gesetzte Fehlercode kann über die Taste [OK] abgerufen
werden, dazu [OK] so oft betätigen, bis "E-xx" auf dem Display erscheint.
Folgende Codes können gesetzt werden.
Oft ist in Foren zu lesen, dass die Auspufflänge 2 m nicht überschreiten darf,
da sonst keine saubere Verbrennung mehr stattfinden kann – und schon gar keine
Experimente bezüglich Restwärmenutzung via Heizkörper, Kühler und Co. Das
klingt auch alles irgendwie logisch, denn tut sich die Heizung schwer, die
Abgase rauszuschieben, kommt auch weniger Frischluft nach. Das führt zu einer
schlechten Verbrennung, was letztlich zu Versottung und Verkokung der Anlage
führt.
Nun zeigen aber einige YouTube-Experten, dass sehr wohl mehr als
2 m Auspufflänge und auch Restwärmenutzung per Heizkörper funktionieren kann,
ohne dass die Verbrennung nennenswert darunter leidet. Auch meine Anlage hat
eine Auspufflänge von ca. 6 m und überwindet dabei eine Höhe von 4 m. Die
ersten 60 cm gehören zum originalen Auspuff, dann geht es für gut 2 m mit 22 mm
Kupferrohr weiter, in das eine 1,4 m lange Sockelheizung integriert ist.
Anschließend folgen weitere 2 m mit 28 mm Kupferrohr und die letzten 1,5 m bis
über das Dach hinaus bestehen aus 45 mm Aluwellrohr.
Natürlich sammelt
sich an kalten Tagen Kondenswasser in der Leitung, insbesondere bei geringer
Heizleistung. Dieses lasse ich aber regelmäßig über einen Entwässerungsschieber
ab. Ebenso entsteht Kondenswasser am Austritt aus dem Dach – dazu gleich mehr.
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Alles in allem läuft die Heizung damit nun schon 2 Jahre und verkokt nicht
mehr als vorher. Geruchsveränderungen oder gar Qualm sind nicht zu erkennen.
Durch Heraufdrehen der maximalen Gebläsegeschwindigkeit wäre bestimmt auch noch
mehr Strecke möglich.
Undichter
Schalldämpfer
Zunächst hatte ich die Auspuffanlage ohne den originalen Schalldämpfer
aufgebaut, da ich der Meinung war, dass die lange Leitung die
Verbrennungsgeräusche weitgehend schlucken würde. Dem ist aber nicht so: Auch
nach ca. 6 m Auspuffrohr kommt am Ende noch einiges an Lautstärke raus, was bei
nächtlichem Betrieb eventuell die Nachbarn stören könnte. Also musste der
Schalldämpfer letztlich doch noch dazwischen.
Dieser ist jedoch alles
andere als dicht und passt so gar nicht ins Konzept, die Abgase ins Freie zu
befördern. Zwar ist eine kleine Öffnung durchaus konstruktiv so vorgesehen, um
eventuelles Kondenswasser auszublasen, jedoch pfeift das Ding an allen Ecken und
Enden. Aus diesem Grund habe ich den Schalldämpfer erst einmal ringsum zugelötet
und ihn dicht gemacht.
Aufgrund der hohen Abgastemperatur fällt Weichlot
flach und würde sich zudem nur schwer mit dem Edelstahl verbinden. Meine Wahl
fiel auf Silberlot, das mit einer Schmelztemperatur von 670 °C schon zum
Hartlöten zählt und sich einfach hervorragend auf nahezu allen Stählen verlöten
lässt. Übrigens sollte man damit auch den ersten Meter der Kupferleitung löten;
danach werden die Temperaturen wieder für Weichlot erträglich.
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Was aufgrund des langen Auspuffrohres zugenommen hat, ist die
Wasserdampfentwicklung an kalten Tagen am Dachaustritt. Diese entsteht durch
das starke Abkühlen der Abgase bis unter den Taupunkt. Der Wasserdampf
kondensiert zum Teil an der Regenhaube des Entlüftungsziegels und läuft in
einem kleinen Rinnsal das Dach hinunter, Richtung Dachrinne.
Jetzt
könnte man meinen, dass dieses von den Abgasen saure Kondenswasser die
Ziegel und die Dachrinne (Zink) auf Dauer angreift und zerfrisst. So liest
man es zumindest in Foren, und es ist ebenso einleuchtend wie der
Sauerstoffmangel bei zu langem Auspuffrohr. Aber auch hier deckt sich die
Theorie nicht ganz mit der Praxis: Ich habe den pH-Wert meines Kondensats
gemessen, und er liegt bei ca. 5, tendenziell darüber. Da das leicht saure
Kondenswasser nicht 24/7 die Ziegel und die Dachrinne benetzt, sollte das
keine nennenswerte Belastung darstellen.
Deutlich saurer wäre z. B.
Cola oder Orangensaft mit einem pH-Wert unter 3 – aber so aggressives Zeug
kommt zum Glück ja nicht aus der Heizung. Erwähnenswert ist auch, dass meine
Heizung trotz des langen Auspuffrohres eine gute Verbrennung besitzt und
ausschließlich mit Diesel betrieben wird. Bei Heizöl, das mit max. 50 mg/kg
den fünffachen Schwefelgehalt gegenüber Diesel besitzen darf, kann die Sache
anders aussehen – insbesondere, wenn sich dazu noch eine schlechtere
Verbrennung gesellt.
Das Kondenswasser bildet sich aber nicht erst
außen auf dem Dach, sondern auch schon im Abgasrohr, welches bei mir in
weiten Teilen aus Kupfer besteht. Kupfer sollte eigentlich nur pH-neutralen
Flüssigkeiten dauerhaft ausgesetzt werden. Aktuell halten Teile des Rohres
bereits 4 Jahre dem sauren Ansturm stand, ohne dass etwas zu erkennen wäre.
Aber beim gelegentlichen Ablassen des Kondenswassers ist dieses immer leicht
grün gefärbt, was auf eine Oxidation des Kupfers hindeutet. Dann schauen wir
mal, wie lange das gute Stück hält :-/
Hier möchte ich alle Störungen und Defekte auflisten, die mein Heizer im
Laufe der Zeit hatte. Der Heizer ist in den kalten und kühlen Monaten regelmäßig
im Einsatz, und an kalten Tagen (< 10 °C) läuft er aktuell beinahe täglich und
wird in der Regel auch mehrmals ein- und ausgeschaltet.
Nach nicht ganz einem Jahr reibungslosem Betrieb wollte der Heizer plötzlich
nicht mehr richtig starten. Im Normalfall setzt die Verbrennung innerhalb der
ersten 3–8 Pumpenstöße hörbar ein. Die Verbrennung startete jetzt jedoch sehr
viel später und kam auch nicht wirklich zügig in Schwung. Die Folge war weißer,
dichter Qualm aus dem Auspuff. Ein Fehler wurde nicht gesetzt, wobei ich den
Startvorgang auch frühzeitig abgebrochen hatte. Eventuell hätte das Gerät dann
früher oder später einen Fehler gesetzt. Mein Verdacht lag auf dem Brennersieb
bzw. der Glühkerze selbst, wobei ich bei einem Defekt der Glühkerze auch den
Fehler E-03 erwartet hätte...
An die Glühkerze kommt man eigentlich noch
einigermaßen gut dran, ohne die Maschine komplett zerlegen zu müssen:
Nachdem man die Gummitülle etwas beiseite geschoben und den Stecker von der
Platine abgezogen hat, kann man die Kerze mit einem Spezial-Kerzenschlüssel
herausdrehen. Diesen bekommt man für schmales Geld im Netz, oft gleich in einem
Set bestehend aus Glühkerze, Brennersieb, Dichtungen und eben dem
Kerzenschlüssel für ca. 15 EUR. Solch ein Set hatte ich mir kurz nach dem Kauf
der Heizung gleich mal auf Lager gelegt, das war eine gute Idee :-)
Die
Glühkerze sah optisch noch intakt aus, weshalb ich sie testweise gleich mal an
eine 12-V-Autobatterie angeschlossen hatte. Sie fing relativ zügig und
gleichmäßig an zu glühen, was ich aufgrund des Aussehens und des nicht gesetzten
Fehlers E-03 auch beinahe schon erwartet hatte. Der Widerstand beträgt ca. 1
Ohm, was auch dem Wert einer neuen Kerze entspricht (gegengemessen). Der
Verdacht liegt jetzt voll und ganz auf dem Brennersieb. Als ich jedoch dieses
mit Hilfe eines Schraubendrehers und einer Spitzzange aus dem Kerzenloch
herausgepult hatte, war ich doch etwas überrascht, da es weder beschädigt noch
sonderlich verschmutzt bzw. verkokt war.
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Auf dem Bild scheint die Glühkerze beinahe weiß zu glühen,
eigentlich glüht sie rot bis hellrot, aber ich konnte meine
Handykamera nicht dazu bewegen, den Originalfarbton einzufangen.
Nun ja, ohne wirklich davon überzeugt zu sein, dass das
Brennersieb die Ursache gewesen sein sollte, habe ich die
Heizung mit dem neuen Sieb aus dem Reparaturset wieder
zusammengebaut. Und siehe da, seitdem läuft sie wieder
wunderbar.
Erklärungsversuch: Der einlaufende Diesel
sollte sich gleichmäßig auf dem Sieb ausbreiten und sich durch
die somit vergrößerte Oberfläche schnell entzünden. Rein optisch
hätte ich dem Sieb diese Aufgabe auch so noch zugetraut, aber
irgendetwas hat dann wohl doch nicht mehr gepasst? Wie auch
immer, ich habe mir jetzt direkt mal einen 10'er-Pack geordert;
direkt aus China kosten die nicht mal 5 EUR.
Tipp: Diagnosekabel
Glühkerze
Um die Glühkerze sicher testen zu
können, habe ich mir ein kleines „Diagnosekabel“ gebastelt. Auf
der einen Seite der 0,75-mm²-Doppellitze befinden sich zwei
Krokoklemmen, und auf der anderen Seite habe ich zwei 0,8 x 10
mm Nägel angelötet. Das Teil wird mir bestimmt auch noch bei
anderen Diagnosen sehr behilflich sein.
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Nachtrag !!! -
08.11.2023 - Diesel
Einlaufnut verkokt
Nach ein paar Monaten kamen die
Startschwierigkeiten wieder zurück, wenn auch nicht so ausgeprägt wie vor dem
Tausch des Brennersiebs. Ich hatte mich damit arrangiert, dass der Brenner bei
jedem 5.–10. Startversuch, insbesondere nach vorherigem längerem
Teillastbetrieb, nicht gleich zünden wollte. Ich habe dann halt immer genau
hingehört, ob der Brennvorgang nach 20–25 Pumpstößen startet; wenn nicht, dann
habe ich der Kiste den Strom komplett weggenommen und noch einmal neu gestartet,
dann lief er immer direkt an.
Aufgrund eines
Lagerschadens des Gebläsemotors habe ich die Heizung komplett zerlegen
müssen und
in Bezug auf die Startschwierigkeiten dann beiläufig folgendes festgestellt:
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Das Bild zeigt die Glühkerzenbohrung des ausgebauten Brenners mit entnommenem
Brennersieb. Am Ende des Gewindes ist eine umlaufende Nut zu erkennen, diese
liegt direkt am Dieseleinlauf. Der Diesel trifft also nicht an einem Punkt auf
das Brennersieb, sondern über die Nut ringsherum. Das funktioniert allerdings
nur dann, wenn die Nut auch frei ist, und in meinem Fall war diese eben ziemlich
verkokt.
Letztendlich wird dies wohl das Problem der Startschwierigkeiten
gewesen sein. Die Nut habe ich mit einem kleinen, an der Spitze umgebogenen
Schlitzschraubendreher gereinigt. Im eingebauten Zustand ist die Stelle nur sehr
schwer ersichtlich, weshalb ich dies beim ersten Beseitigungsversuch übersehen
hatte. Das Wechseln des Siebs hatte da zwar im ersten Moment eine Verbesserung
gebracht, weil dadurch die Nut wohl etwas von dem Schmodder befreit wurde, aber
halt nicht gründlich und somit nicht nachhaltig. Das würde zumindest erklären,
weshalb ich am Sieb keinen nennenswerten Verschleiß und somit keinen Defekt
erkennen konnte.
Nach drei Jahren und somit auch drei Heizperioden (die vierte steht in den Startlöchern) läuft der Lüfter sehr rau und quietscht zeitweise auch fürchterlich, insbesondere beim Hochfahren. Nachdem ich das Heizgerät aus dem Gehäuse genommen und am Lüfterrad gedreht hatte, war klar: Hier liegt ein Lagerschaden des Lüfters vor. Zum Vergleich hier mal ein Video, links ein brandneues Heizgerät und rechts das nach drei Heizperioden:
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Eines gleich vorweg: Das Gebläse hat kein eigenes Lager, alles hängt direkt am Motor, und hier sind auch die verschlissenen Lager zu suchen. Das Zerlegen gestaltet sich sehr einfach.
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Der Motor wird mit zwei Torx-Schrauben (T20) zusammengehalten. Es empfiehlt
sich, vor dem Zerlegen eine Markierung anzubringen. Die beiden Deckel lassen
sich auch um 180° zur Achse verdreht anbringen, dann bekommt man aber beim
Einbau Probleme mit dem Kabelausgang – so mir geschehen :-/
Sind die
Schrauben komplett gelöst, so kann man ihn vorsichtig auseinanderziehen und
dabei auf die Kohlen und den Kollektor aufpassen. Um an das eine Lager zu
gelangen, muss noch der Kohlebürstenträger vorsichtig vom Deckel abgehebelt
werden, dann liegt aber schon alles vor einem.
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Das brennerseitige Lager sitzt in einer Silikontasche, vermutlich dient dies
zur Wärmeentkopplung. Zum Vorschein kommen zwei Rillenkugellager vom Typ 625 Z
(2Z/ZZ). Mein Verdacht lag ursprünglich auf dem brennerseitigen Lager aufgrund
der höheren thermischen Belastung, jedoch war es genau umgekehrt: Das am
kühleren Ende (Gebläseeingang – Kohlebürsten) sitzende Lager war stark
eingelaufen.
Auf den Bildern leider nicht mehr zu sehen ist (weil
gereinigt :-), dass in diesem Bereich alles voller Kohleabrieb (Kohlebürsten)
war. Meine Vermutung ist, dass sich der Abrieb durch die nicht komplett
geschlossene Wälzkörperabdeckung gearbeitet und dies zu dem Schaden geführt hat.
Aus diesem Grund habe ich die neuen Lager mit einer staubdichten
Wälzkörperabdeckung geordert (2RSR).
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Diese staubdichte Abdeckung besteht in der Regel aus NBR
(Nitril-Butadien-Kautschuk) und hält Temperaturen bis knapp über 100 °C stand,
ob das ausreicht, wird sich dann zeigen :-?
Die Lager konnte ich ohne Gewalt,
beinahe schon etwas zu leicht, aus den Deckeln drücken und auch wieder
einsetzen. Dann erfolgt der Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.
Entdeckungen beim Tauschen der Lager:
Verkokte Diesel
Einlaufnut -
siehe hier
Brennkammer
Da ich den Brenner schon
mal so weit auseinander hatte, habe ich ihn gleich komplett zerlegt, um einen
Blick in die Brennkammer zu werfen. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert:
Bis auf die Glühkerzenkammer ist der Brennraum quasi ohne nennenswerte
Ablagerungen. Und das nach 3 Jahren und 3 Heizperioden – also alles top für den
schmalen Taler, den das Teil kostet.
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Drehzahlregelung Gebläse
Die Drehzahl des Motors und somit des Gebläses wird über einen Hallsensor
erfasst. Die Hallsensoren werden oft direkt im Motor verbaut und messen dort das
wechselnde Magnetfeld, wodurch sich die Drehzahl bestimmen lässt. Hier wurden
jedoch zwei Neodym-Magnete in das Gebläserad eingelassen, welche von einem im
Steuergerät sitzenden Hallsensor erfasst werden.
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Grundeinstellungen im Display hinterlegt
Eine weitere interessante Entdeckung ist, dass die Grundeinstellung –
siehe hier – trotz ausreichend Elektronik auf
der Steuerplatine im Display hinterlegt wird. Gleiches gilt für die
Fernbedienung, diese kommuniziert also nicht direkt mit dem Steuergerät, sondern
über das Display. Das wurde mir klar, als ich das Heizgerät (inkl.
Steuerplatine) gegen ein neues getauscht hatte, um mir beim Lagerwechsel Zeit
lassen zu können. Das Heizgerät hatte die gleichen Einstellungen wie mein
bisheriges, und auch die Fernbedienung funktioniert ohne Anlernen. Ich hatte mir
übrigens vor 3 Jahren direkt ein zweites Gerät gekauft; für den Fall, dass eines
ausfällt, ist direkt Ersatz da – und so geschehen :-)
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